Bericht zur Familienfahrt 2011 Alpbachtal / Tirol


Von Tilo Kopp - Verfasst am 09. September 2011

Familiengruppe:

Hier findet Ihr den Tourenbericht zur Familienfahrt nach Alpbach / Tirol im August 2011. Weitere Informationen über die Familiengruppe findet Ihr unter der Rubrik "Familiengruppe" (siehe linke Seite).

 

 

Tourenbericht zur Familienfahrt 2011 ins Alpbachtal / Tirol (verfasst von "Alexandra"):

 

 

 

Jeder der mit kleinen Kindern reist, weiß nur zu gut, welch risikobehaftetes Experiment jeder neue Urlaub in sich birgt. Denn gefällt es den Kindern nicht, haben die Eltern erst recht nichts von der Reise.

So wagten wir das Experiment mit Kindern zwischen 1 und 5 Jahren in die Berge zu fahren. Wir, das waren Tilo und Anja nebst Malte (5) und Daniel (2), Simone und Manuel mit Larissa (3) und Laurin (2) und Alexandra und Jörg mit Fiona (2) und Julia (1).

Organisiert und geplant hat die Tour unser Familienwart Tilo. Doch bevor ich in die Tourenbeschreibung beginne, möchte ich zu allererst Tilo danken. Er hat im Gegensatz zu allen anderen Alpenvereinstouren, seine Familienfahrt nicht für Kinder ab 5/6 Jahren konzipiert, sondern sie für jedes Alter geöffnet. Und das hat er toll gemacht. Vom Quartier bis zu jeder Tagestour hatten wir in dieser Woche immer einen gelungenen Tag. Jede Tour bot sowohl den Eltern, als auch den Kindern in gleichem Maße ein Erlebnis. Sie waren immer so geplant, dass jederzeit verkürzt oder variiert werden konnte und immer auch Spielmöglichkeiten für die Kinder vorgesehen waren.

Danke Tilo, für eine gelungene Urlaubswoche und die Erkenntnis, dass Bergbegeisterung nicht aufhören muss, wenn kleine Kinder da sind. Man muss die Berge dann eben zeitweise anders genießen.

 

Unser Talort war Alpbach in Tirol. Tilo hatte ein schönes Quartier für uns alle gefunden. Wunderbar für Familien: In der Kurtaxe war der Fahrpreis für die Gondeln der Region enthalten, sowie Schwimmbad und einiges mehr. Direkt am ersten Tag nutzten wir das sofort aus..

Mit der Gondel fuhren wir bei herrlichem Bergwetter ab Alpbach hinauf und wanderten von der Station aus auf das Wiedersberger Horn. Die Kinder gewöhnten sich schnell an das Laufen und sogar die Kleineren liefen tapfer den Weg bergauf. Wer nicht wollte, ließ sich tragen, was dann für die Kiepenträger zu einem sportlicheren Gang wurde. Vom Gipfel abgestiegen machten wir Rast an einer Hütte, versorgten unsere hungrigen kleinen Gämsen und wanderten von dort aus gemütlich über den Panoramawanderweg zurück.

 

 

Der zweite Tag bot leider Dauerregen. Aber der Weg durch die Kundlerklamm war so breit und leicht zu gehen, dass noch genügend Raum blieb, um mit den Kindern Staudämme zu bauen oder Regenlieder zu singen. Am Ende der Klamm ging es dann mit dem Bummelzug nach Wildschönau. Dort machten wir Rast, bis die Bahn zurückfuhr. Auf dem Rückweg durch die Klamm kamen alle Kinder in Wagen oder Kiepen unter und der Weg war in einer gefühlten halben Stunde geschafft.

 

Am Dienstag lachte wieder die bestellte Urlaubssonne und wir machten uns auf zum  Reither Kogel. Nach der Auffahrt mit der Bergbahn erwartete uns oben „Juppis Zauberwald“. Ein schöner schattiger Rundwanderweg mit vielen Spielstationen und Aufgaben auf dem Weg, der den Kindern gut gefiel. Für die Erwachsenen gab es auch ein Programm. Kleine Kinder in die Kiepe und - immerhin- 40 min. Aufstieg auf den Reither Kogel.

 

Für den Mittwoch stand die Rofanrunde auf dem Programm und die Tour begann mit einem Abenteuer für die Kinder (und die Mütter der kleineren Kinder): Auffahrt mit der Sonnwendjochbahn, einem Sessellift. Die Kinder - gut angeseilt und an ein Elternteil gesichert - hatten viel Spaß. Geplant hatten wir eine schöne Tour über den Ziereinsee zur Bayreuther Hütte, aber letztlich wurde der Weg zu weit. Denn schon der Weg über die Spitze zum See bot im Auf und Ab einige Höhenmeter. So blieb es beim Picknick am schönen See. Für die Kinder zählte ohnehin nur der schnellste Weg zurück zu dem tollen Sessellift und den versprochenen Grillwürstchen am Abend.

 

Und wenn ihr jetzt glaubt, dass das schon genug Kinderprogramm war, weit gefehlt. Es geht noch mehr:

Unsere Kinder waren schon sehr viel gelaufen und so gönnten wir ihnen am nächsten Tag eine kleine Laufpause. Wir fuhren zunächst zur Alm unseres Vermieters. Sie betreiben dort im Sommer eine Käserei. Für die Kinder war es spannend Kühe, Gänse, Schweine, Hühner und Kaninchen zu sehen, die sich - bis auf die Schweine- frei auf der Alm bewegen konnten. Und nachdem alle Kinder die Herstellung von Butter gesehen und frische Buttermilch getrunken hatten, war ihnen klar, dass Milchprodukte nicht in Tüten aus dem Supermarkt kommen.

Wir wanderten noch ein Stück Richtung Hochalm, und dann gab es das reinste Kinderprogramm. Noch einmal Auffahrt mit der Wiedersberger Horn Bahn und dann austoben im Lauserland. Das ist ein Spielplatz über mehrere Ebenen, der für alle Altersgruppen etwas bietet. Von langer Rutsche über Trampolin hin zu Wasserspielplätzen. Einfach Klasse. Völlig ausgepowert waren die Kinder am Nachmittag kaum in die Gondel zu bewegen.

 

Tja und schon war er da. Plötzlich und unerwartet, wie jedes Jahr das Weihnachtsfest: Der letzte Tag. Dabei hatte der Urlaub doch gerade erst angefangen. Bei wieder einmal strahlendem Sonnenschein durchwanderten wir die Tiefenbachklamm. Eine enge aber gut gesicherte Klamm. Hier mussten alle Kinder laufen, denn der Fels ragte tief über den Weg, so dass an ein Tragen in den Kiepen nicht zu denken war. Nur die Kleinste musste natürlich getragen werden. Gut gesichert hatten alle Kinder eine kurzweilige Wegstrecke, auf der sie immer wieder tosendes Wasser, Vögel und allerlei Anderes bestaunen konnten. Am Ende wartete auf die Kinder ein schöner Spielplatz im Gasthaus Kaiserhaus und das obligatorische Eis. Mhhh….

 

Dann kam der Samstag und der Abschied. Der gefiel den Kindern nicht. Sie hatten so viel Spaß zusammen gehabt und sich immer wieder gegenseitig zum Laufen und Spielen animiert, dass sie sich auch nicht gut trennen konnten. So leid es uns tat, diese Reaktion war der beste Beweis für unser eigenes Empfinden: Die Familienwoche war mehr als gelungen. Dazu hat vor allem Tilos Planung beigetragen, die perfekt auf die Bedürfnisse von Eltern und Kindern abgestimmt war.

Klar, sportliche Ambitionen muss man mit kleinen Kindern in den Bergen hinter sich lassen. Aber wie viel mehr haben wir gewonnen indem wir unsere Kinder an die Berge und das Wandern herangeführt haben? Vielleicht 6 spätere „Alpenvereinbergfuzzis“.

Alexandra B.

 

Anmerkung des Familiengruppenleiters:

Es war in der Tat auch für mich eine wertvolle Erfahrung, so war es doch die erste Familienfahrt, die ich organisiert habe. Insofern bin ich total froh darüber, dass mein Programm sowohl bei den Kindern als auch bei den Eltern gut angekommen ist. Der Bericht soll aber auch alle anderen Eltern, die lieber mit ihrer Familie alleine in die Berge fahren möchten, dazu animieren, die Kinder in die Urlaubsplanungen mit einzubeziehen und auch auf deren Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen.

Das Lachen der Kinder als Dankeschön ist dann der beste Beweis für glückliche Kinder cheeky

Tilo Kopp (Familiengruppenleiter)

Standort

Standort:
Alpbach
Österreich
47° 23' 54.7188" N, 11° 56' 38.0616" E